Eine Zeremonie voller Bedeutung
Die Geschichte eines Hundes, dessen Nase Leben rettet – das ist keine Übertreibung. Owen, der Diensthund der Gendarmeriekompanie Abbeville, erhält eine Auszeichnung, die unzählige Einsatzstunden, schlammige Spuren und unwahrscheinliche Rettungsaktionen verkörpert.
Die turnusmäßige Inspektion der Gendarmeriekompanie Abbeville findet in der Kaserne Courbet statt. Unter dem Kommando von Oberstleutnant Émilie Pistre werden mehrere Gendarmen mit Auszeichnungen geehrt. Doch die gesamte Aufmerksamkeit gilt einem vierbeinigen Kandidaten: Owen, dem Diensthund der Hundeführerstaffel.
Oberst Marc Jankowski überreicht die Medaille persönlich. Ein schlichter, aber emotional aufgeladener Moment. Man kann sich gut vorstellen, wie stolz das gesamte Team in diesem Augenblick ist.
Wer ist Owen, der Belgische Schäferhund Malinois?
Owen ist 7 Jahre alt und ein Belgischer Schäferhund Malinois, ausgebildet am CNICG in Gramat (Département 46). Seit Dezember 2019 ist er beim PSIG Abbeville im Dienst – Seite an Seite mit seinem Hundeführer.
Sein Profil ist beeindruckend: Spezialisierung auf Fährtenarbeit und Schutzdienst, bemerkenswertes Durchhaltevermögen und eine überragende Spürnase. Die nüchterne Bilanz: 16 erfolgreiche Sucheinsätze und 3 gerettete Menschenleben. Zahlen, die für sich sprechen.
Der Einsatz, der in Erinnerung bleibt
Am Sonntag, dem 2. März 2025, wird das Hundeführerteam aus Abbeville dringend nach Boulogne-sur-Mer gerufen. Eine 95-jährige Bewohnerin eines Pflegeheims ist mit ihrem Rollator verschwunden. Die ersten Suchstunden verlaufen ohne Ergebnis.
Dann übernimmt Owen. Er folgt der Fährte, kämpft sich durch einen schlammigen Pfad, dringt in ein Unterholz vor und führt seinen Hundeführer direkt zur vermissten Person. Die Frau wird erschöpft und liegend im Gebüsch gefunden – bei minus einem Grad Celsius. Dank seiner unermüdlichen Nase überlebt sie.
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Warum Diensthunde unverzichtbar sind
Owen zeigt eindrucksvoll, welchen Unterschied ein ausgebildeter Hund machen kann. Menschen stoßen irgendwann an ihre Grenzen – sei es durch Erschöpfung oder eingeschränkte Wahrnehmung. Ein trainierter Hund dagegen nimmt Gerüche wahr, folgt unsichtbaren Spuren und bleibt unbeirrt auf Kurs, egal wie das Wetter oder das Gelände ist.
In der Gendarmerie gelten Hundestaffeln als echter Kraftmultiplikator. Sie kommen bei Vermisstenfällen, der Suche nach Straftätern und Rettungseinsätzen in unwegsamem Gelände zum Einsatz. Owen ist nur ein Beispiel – aber er verkörpert alles, was man von diesen Einheiten erwartet: Präzision, Mut und Treue.
Was bleibt von dieser Geschichte?
Owens Medaille ist weit mehr als ein Gegenstand aus Metall. Sie steht für gerettete Leben, erleichterte Familien und die Anerkennung einer Arbeit, die oft im Verborgenen bleibt. Sie erinnert uns auch an den unschätzbaren Wert der Bindung zwischen einem Hund und seinem Hundeführer.
Begegnet man einem Diensthundegespann, lohnt es sich, an die stille und anspruchsvolle Arbeit hinter jedem einzelnen Einsatz zu denken. Owen beweist, dass dieser Einsatz sich lohnt. Und dass der beste Verbündete bei der Suche nach einer vermissten Person manchmal vier Pfoten und eine unermüdliche Nase hat.













