Laut Bo Netterstrøm: Menschen, die Stress in den Schultern spüren, haben oft diese 4 unbewussten Spannungsmuster

Warum sammelt sich Stress ausgerechnet in den Schultern?

Kennen Sie das Gefühl, nach einem langen, anstrengenden Tag die Schultern buchstäblich bis zu den Ohren hochgezogen zu haben? Das ist kein Zufall. Laut dem renommierten Stressforscher Bo Netterstrøm tragen viele Menschen unbewusste Spannungsmuster mit sich, die sich bevorzugt im Schulter- und Nackenbereich manifestieren. Und das Interessante daran: Die meisten wissen gar nicht, dass sie es tun.

Der Körper speichert psychischen Druck auf sehr konkrete, physische Weise. Schultern sind dabei besonders anfällig, weil sie eng mit unserem Nervensystem und unserer emotionalen Schutzreaktion verbunden sind.

Die 4 unbewussten Spannungsmuster, die Stressgeplagte kennen sollten

1. Das Hochziehen der Schultern als Schutzreflex

Viele Menschen ziehen die Schultern reflexartig nach oben, wenn sie sich unter Druck gesetzt fühlen – ähnlich wie eine Schildkröte, die den Kopf einzieht. Dieses Muster entsteht häufig schon in der Kindheit und wird im Erwachsenenalter automatisch aktiviert, sobald Stress wahrgenommen wird. Das Problem: Der Muskel bleibt dauerhaft leicht angespannt, auch wenn die auslösende Situation längst vorbei ist.

2. Das vorgeschobene Kinn und die eingezogenen Schulterblätter

Wer lange am Computer sitzt oder sich in Gesprächen mental nach vorne lehnt, entwickelt oft eine charakteristische Haltung: Der Kopf schiebt sich nach vorne, während die Schulterblätter auseinanderdriften. Diese Fehlstellung erzeugt eine anhaltende Grundspannung in der gesamten Schultermuskulatur. Bo Netterstrøm beschreibt dieses Muster als eines der häufigsten bei Personen mit arbeitsbezogenem Stress.

3. Das Einatmen und Nicht-Loslassen

Beim Stressempfinden neigen viele Menschen dazu, den Atem anzuhalten oder sehr flach zu atmen. Flache Brustatmung hält die Schultern in einer erhöhten Position und verhindert, dass das Zwerchfell vollständig arbeitet. Das Resultat ist ein chronisch angespannter Schultergürtel, der sich auch durch Massagen nur vorübergehend entspannen lässt, solange das Atemmuster nicht verändert wird.

4. Die permanente Bereitschaftshaltung

Menschen, die dauerhaft in einem Zustand innerer Alarmbereitschaft leben – sei es durch Überverantwortlichkeit, Perfektionismus oder anhaltende Unsicherheit – halten ihre Schultermuskulatur kontinuierlich in leichter Anspannung. Der Körper ist buchstäblich immer „ready to act". Dieses Muster ist besonders tückisch, weil es sich so selbstverständlich anfühlt, dass Betroffene es schlicht als ihren normalen Zustand wahrnehmen.

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Unbewusst bedeutet nicht unveränderbar

Der entscheidende Punkt, den Bo Netterstrøm in seiner Arbeit immer wieder betont: Unbewusste Muster können bewusst gemacht und damit verändert werden. Der erste Schritt ist schlicht, die eigene Körperwahrnehmung zu schärfen. Wer mehrmals täglich innehält und bewusst prüft, ob die Schultern hochgezogen oder die Kiefer verkrampft sind, beginnt automatisch, diese Reflexe zu unterbrechen.

Gezielte Entspannungstechniken, Atemübungen und eine bewusste Körperhaltung im Alltag können langfristig dazu beitragen, tief verwurzelte Spannungsmuster aufzulösen. Der Körper lernt – und er kann auch verlernen.

Was können Sie konkret tun?

  • Regelmäßige Körper-Check-ins: Mehrmals täglich bewusst innehalten und den Spannungszustand der Schultern überprüfen.
  • Tiefes Bauchatmen üben: Bewusstes Atmen durch das Zwerchfell löst die Schultern aus ihrer erhöhten Haltung.
  • Bewegungspausen einbauen: Kurze Dehnübungen für den Schulter-Nacken-Bereich durchbrechen das Muster der Daueranspannung.
  • Stressauslöser identifizieren: Zu verstehen, welche Situationen das Hochziehen der Schultern auslösen, ist der Beginn echter Veränderung.

Stress zeigt sich selten nur im Kopf. Der Körper erzählt immer die ganze Geschichte – man muss nur lernen, ihm zuzuhören.

Author

  • Sally Özcan ist eine der bekanntesten deutschen Creatorinnen im Bereich Kochen und Haushalt. Mit ihrem Projekt „Sallys Welt“ begeistert sie seit Jahren Millionen Menschen mit alltagstauglichen Rezepten, Küchen-Hacks und praktischen Tipps für ein gut organisiertes Zuhause. Als Redakteurin und Expertin liefert sie verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die man sofort umsetzen kann – von schnellen Ideen für den Alltag bis zu cleveren Tricks, die Zeit und Nerven sparen.

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